Die Oma hat immer Dallas g’schaut. Und ich durft aufbleiben und mitschauen. Dass ich nix verstanden hab’ war vollkommen wurscht, denn: ich durft aufbleiben! Grosseltern eben, da geht was.

Die Oma hat Dallas aus einem Grund g’schaut: J.R. Ewing. Das war ein Mann nach ihrem Geschmack. “So Monna wie den Heesters hab I nie mögn”. Heesters war der galante Charmeur mit Frack und Zylinder, Graf “da geh ich ins Maxim, grüsse alle Damen” Danilo.

Jedenfalls war Oma ganz aus dem Häuschen wenn sie J.R. gerochen hat. Sogar in der Ring-Schuh Werbung mit dem Texashuttypen hat sie J.R. gesehen.

Natürlich war Dallas nach Bobby’s Tod nicht mehr dasselbe. Bobby hat ihr schon gefehlt. Aber sei’s drum. J.R. war ja noch da.

Als Enkel war ich natürlich voll auf ihrer Seite, denn fürs Abhärten der jungen Buam war eher die Sinhá-Moca Oma eingetreten. Bei der Dallas-Oma wurd ich verhätschelt.

Dazu kam noch der Opa mit der Theorie dass, wenn man am Abend einen Apfel isst dann nicht Zähneputzen müsste. Nach meiner öffentlich kundgetanen Begeisterung gab er diese innovative Ansicht jedoch nie wieder zum Besten. Vor Dallas kam weiterhin nur Pasta in die Tube.

Weil ich also bei der Oma immer mit Orangensaft unterm Sonnenschirm die Worträtsel der Zeitschriften lösen durfte und nicht Fussballspielen musste, kam mir dann später die Bekanntschaft mit der Feminismusbewegung ganz sinnvoll vor. Ich hatte zumindest nichts gegen so Age of Aquarius Ideen meiner Zeitgenossinnen.

Der Tenor der Meerjungfrauen war dass die Egotypen was für die Oma Generation gewesen wären und vielleicht für sonstige heutige Dumpfbacken. In Anbetracht meiner Erfahrungen war ich entsprechend positiv disponiert.

Bis Trump gewählt wurde, zum Zweitenmal und von 45% der Damenwelt. Ich muss eine Abhandlung verfassen, Titel: “Von der Disposition beim Aroma von J.R. Ewing aus dem Häuschen zu geraten”.