What Now?
Welche Quanten Interpretation ist nun die Beste? Ich schlage einen Pfad vor:
Beginne mit der Kopenhagen-Textbuch Version, dem unerklärten Kollaps. Wenn du dies durchdenkst kommst du zu QBism.
QBism stellt das lebende Subjekt in den Mittelpunkt, es geht um Quanteninformation. Raum und Zeit spielen hier keine Rolle. Daraus kommen die ganzen Theoreme wie No-Cloning, No-Broadcasting usw.
Dann kommt die Frage: ist Physik wirklich nur Information? Wheeler’s It from Bit?
Das ist zu wenig. Also gehe zum anderen Ende des Spektrums: deBroglie-Bohm Theorie.
Damit wird alles komplett nichtlokal aber schön anschaulich, zum Beispiel das Quantum-Cheshire-Cat Experiment. Auch hat Bohm Bell zu seinen Ungleichungen geführt, welche für alle denkbaren lokal-realistischen Theorien gelten und diese Ungleichungen eben in der Natur grad nicht erfüllt sind.
Dann kommt die Frage: ist Bohm auch relativistisch durchführbar?
Nein, aber wenn man die Bohm’schen Pfade durch spontanen Kollaps ersetzt kommt man etwas weiter in diese Richtung. Beschäftigung mit Einstein schadet nie. Auch diese Idee kam von Bell.
Nur geht das mit dem spontanen Kollaps nicht ganz auf, sodass von Bohm nur das universale Psi übrigbleibt und alles andere wegfällt. Es bleiben nur “leere Äste” übrig. Voila, das ist many worlds.
Many worlds hat David Deutsch zu seinen Quantencomputern geführt. Auch spielt Dekohärenz eine wichtige Rolle zur Erklärung der Welten. Die wichtigen und fruchtbaren Themen Dekohärenz und Quantencomputer sind tatsächlich am besten mit many worlds erfassbar.
Da du nun mit beiden Füssen im Land, Raum und Zeit der Relativität gelandet bist, kann’s mit Quantenfeldtheorie losgehen. Bei many worlds kannst du tatsächlich “for all practical purposes” (FAPP) verweilen. Keine Diskussionen nötig, Feldtheorie ist schwierig genug.
Doch dann kommt die Frage: ist das mit den many worlds wirklich so? Gibt es mich wirklich in zigfacher Ausführung?
Das ist zweifelhaft, und so kommst du wieder zum einen Subjekt zurück und stellst fest, dass die Quanteninformation von einem Subjekt verarbeitet wird, das selbst aus Quanten besteht. Das führt (vielleicht über eine kleine Faggin Panpsychismus Detour?) zur relationalen Interpretation, die in letzter Zeit von Rovelli vertreten wird aber schon im “Tao” von Capra zu finden ist, der wiederum angab von Stapp abgeschrieben zu haben.
Nur: mit der relational Idee kann man so direkt nix ausrechnen. Und natürlich wussten auch Bohr und Heisenberg dass alles relational und Quanten ist, sie haben nur eine Seite klassisch werden lassen müssen, damit’s praktikabel wird.
Und dann bist du wieder am Start bei Kopenhagen-Textbuch.